Hype, Lobeshymnen,auch von Kritikern - was kann schiefgehen? Alles! Humor infantil, Sandra Hüllers Performance blutleer wie überhaupt alle menschlichen Interaktionen, der Rest Augsburger Puppenkiste im 3. Jahrtausend. Hard SF? Wo denn? Interstellar ist meiner Meinung nach ebenfalls völlig überbewertet, aber das hier ist in jeder Hinsicht noch schlechter.
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RostigerSpieler24 mai 2026
Sehr unterhaltsamer Film. Er hat viel Witz und Charme. Ich kann das hohe Rating auf jeden Fall verstehen. Es ist kein typischer "Ein Mensch allein irgendwo im nirgendwo" Film wie man es von vielen anderen Astronautenfilmen kennt. Der einzig negative Aspekt ist, das es einem schwer fällt der Bedrohungsstory zu folgen. Welches Material ist nochmal die Gefahr, und was braucht es um die Erde zu retten? Hier muss man sehr genau aufpassen um dem ganzen wissenschaftlichen Zeug folgen zu können. Es lohnt auf jeden Fall ihn anzuschauen.
Louis Gridley Wu23 oct. 2026
## Der Astronaut – Project Hail Mary (2026) – Filmkritik
**Bewertung: 9/10**
Mit *Der Astronaut – Project Hail Mary* gelingt Phil Lord und Christopher Miller ein Science-Fiction-Abenteuer, das eindrucksvoll zeigt, dass es für großes Weltraumkino nicht nur spektakuläre Bilder und eine drohende Apokalypse braucht, sondern vor allem eine gute Geschichte und Figuren, die einem ans Herz wachsen.
Im Mittelpunkt steht Ryland Grace, gespielt von Ryan Gosling, der ohne Erinnerung an Bord eines Raumschiffs erwacht. Nach und nach erkennt er, dass er sich auf einer Mission befindet, von deren Erfolg das Überleben der Menschheit abhängt. Was zunächst wie ein klassischer Überlebenskampf im All beginnt, entwickelt sich zu einer überraschend humorvollen, emotionalen und mitreißenden Geschichte über Wissenschaft, Vertrauen und Freundschaft.
Ryan Gosling trägt den Film mit einer hervorragenden Mischung aus trockenem Humor, Verletzlichkeit und Einfallsreichtum. Seine Figur wirkt nicht wie ein unbesiegbarer Hollywood-Held, sondern wie ein Mensch, der angesichts einer scheinbar ausweglosen Situation improvisieren, zweifeln und über sich hinauswachsen muss. Gerade diese Mischung macht Ryland Grace so sympathisch. Auch Sandra Hüller setzt als Eva Stratt überzeugende Akzente und verleiht der Geschichte zusätzliche menschliche Tiefe.
Das eigentliche Herzstück des Films ist jedoch die unerwartete Begegnung, die Graces Mission in eine völlig neue Richtung lenkt. Ohne zu viel vorwegzunehmen, entwickelt sich daraus eine der schönsten und ungewöhnlichsten Freundschaften, die das Science-Fiction-Kino seit Langem zu bieten hat. Die Verständigung zwischen zwei grundverschiedenen Lebensformen sorgt für amüsante Momente, spannende Problemlösungen und einige überraschend berührende Szenen. Der Film schafft es dabei, große Gefühle zu vermitteln, ohne sich ausschließlich auf Pathos zu verlassen.
Auch optisch ist *Der Astronaut* ein Erlebnis. Die Weiten des Weltalls, fremde Sternensysteme und die detailreiche Gestaltung der Raumschiffe erzeugen eindrucksvolle Bilder, die auf der großen Leinwand besonders gut zur Geltung kommen. Gleichzeitig bleibt die Inszenierung trotz der gewaltigen Dimensionen erstaunlich nah an ihrer Hauptfigur. Die Musik unterstützt sowohl die Spannung als auch die emotionalen Momente, ohne sich ständig in den Vordergrund zu drängen.
Besonders gelungen ist die Verbindung aus wissenschaftlichem Tüfteln und klassischem Abenteuerkino. Lösungen entstehen nicht einfach durch Zufall, sondern durch Beobachtung, Experimente und kreative Gedankengänge. Dabei nimmt sich der Film erfreulich viel Zeit für seine Figuren und erlaubt sich immer wieder humorvolle Momente, selbst wenn die Lage eigentlich aussichtslos erscheint.
Ganz ohne Schwächen ist das Werk allerdings nicht. Mit einer Laufzeit von rund zweieinhalb Stunden verlangt der Film etwas Geduld. Der Wechsel zwischen den Ereignissen im All und den Rückblenden auf der Erde unterbricht gelegentlich den Erzählfluss. Zudem treten die wissenschaftlichen Hintergründe im weiteren Verlauf zugunsten der emotionalen Beziehung zwischen den Hauptfiguren etwas in den Hintergrund. Wer vor allem harte Science-Fiction mit maximaler wissenschaftlicher Detailtreue erwartet, könnte sich deshalb stellenweise mehr Tiefgang wünschen. Auch manche Wendung wirkt etwas zu bequem, um die Geschichte an ihr gewünschtes Ziel zu führen.
Diese kleineren Schwächen fallen angesichts der Gesamtleistung jedoch kaum ins Gewicht. *Der Astronaut – Project Hail Mary* ist weit mehr als eine weitere Geschichte über die Rettung der Erde. Der Film erzählt von Neugier, gegenseitigem Verständnis und der Erkenntnis, dass selbst die größten Herausforderungen nicht zwangsläufig allein bewältigt werden müssen. Er verbindet Spannung, Humor und Emotion zu einem außergewöhnlich unterhaltsamen Gesamtpaket und bewahrt sich dabei eine ansteckende Zuversicht.
**Fazit:** Ein bildgewaltiges, intelligentes und überraschend warmherziges Science-Fiction-Abenteuer mit einem großartigen Ryan Gosling und einer außergewöhnlichen Freundschaft im Zentrum. Nicht jede Passage ist perfekt, und wissenschaftlich Interessierte hätten sich stellenweise etwas mehr Substanz gewünscht. Dafür überzeugt der Film mit Charme, Einfallsreichtum und emotionaler Wirkung. Wer Filme wie *Der Marsianer* oder *Interstellar* schätzt und sich auf eine etwas humorvollere, optimistischere Weltraumgeschichte einlassen kann, sollte sich dieses Abenteuer nicht entgehen lassen.
**Meine Wertung: 9/10 – großes Science-Fiction-Kino mit Herz, Verstand und jeder Menge Staunmomenten.**