Als langjähriger Fan guter Horrorfilme freue ich mich immer ganz besonders, wenn es gelingt, dem Genre neue Blickwinkel zu entlocken und Aspekte zu behandeln, die zuvor keine Beachtung fanden - oder auch, wenn genreübergreifende Werke geschaffen werden, die neben Horror- auch noch andere Elemente beinhalten. Ein paar Beispiele dafür sind in meinen Augen DER BABADOOK, MIDSOMMAR oder HEREDITARY. Und zur Zeit sind zwei Filme der heiße Scheiß, deren Regisseure durch YouTube bekannt wurden - darunter Kane Parsons, der nun Gelegenheit bekam, sein gleichnamiges Indie-Projekt als Spielfilm mit großem Budget zu verwirklichen. - Ich würde empfehlen, sich ZUERST (oder vielleicht sogar ausschließlich ;) ) den Kinofilm anzuschauen, denn sonst geht viel der durchaus originellen Ideen verloren. - So viel sei verraten: Chiwetel Ejiofor, der ein paar Schicksalsschläge hinter sich hat und sein eher trauriges Dasein in einem Möbelhaus fristet, welches wie er schon bessere Zeiten gesehen hatte, entdeckt im Untergeschoss des Gebäudes etwas, das seine Welt völlig auf den Kopf stellt. - Das Ganze ist, wie schon erwähnt, kein Horrorfilm im klassischen Sinne. Doch die Situationen und Settings schaffen eine Atmosphäre der Unsicherheit und Bedrohung, der man sich nur schwer entziehen kann. - Wie auch schon Mike Flanagan mit seinen Miniserien wie SPUK IN HILL HOUSE oder DER UNTERGANG DES HAUSES USHER gelingt Parsons eher Grusel als Horror. - Und obwohl es auch ein paar deftigere Szenen gibt, beweist der Regisseur hier, dass Atmosphäre und ein gutes Drehbuch deutlich mehr Wirkung zeigen als Blut und Splatter à la SAW oder der ziemlich platte, ständig effektheischerische EVIL DEAD BURN.